Installation von Desktopumgebungen

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Übersicht

Es gibt diverse Desktopumgebungen für Manjaro. Jede hat ihren eigenen Stil, ihr eigenes Interface und eigene Funktionsmerkmale. Es ist auch möglich, mehrere Desktopumgebungen zu installieren, die dann beim Login ausgewählt werden können. Der User ist nicht auf die Desktopumgebung beschränkt, die er mit der Installation von Manjaro erwirbt.

Desktopumgebungen

Es gilt anzumerken, dass eine Desktopumgebung keine in sich geschlossene Einheit darstellt, sie ist vielmehr eine Ansammlung von Komponenten, die zusammenarbeiten. Dies beinhaltet normalerweise:

  • einen Fenstermanager verantwortlich für die Anzeige und Bildschirmverwaltung, das Verschieben und Verändern von Anwendungsfenstern
  • einen Dateimanager um sich grafisch durch die Verzeichnisstruktur zu bewegen, Dateien zu finden, zu kopieren etc.
  • eine Hintergrundverwaltung zur Anzeige von Hintergrundbildern, etc.
  • ein Panel mit einem Startmenü und der Anzeige von Informationen
  • eine Einstellungsverwaltung um das Aussehen den eigenen Wünschen anpassen zu können

und so weiter. Oft favorisieren bestimmte Desktopumgebungen spezielle Programme. Sie stellen auch oft eigene Widgets und Addons oder Erweiterungen mit besonderen Eigenschaften bereit. Bei der Eingabe des Befehls zur Installation einer Desktopumgebung via Terminal wird man deswegen abgefragt, ob bestimmte Komponenten mit installiert werden sollen. Um die komplette Desktopumgebung zu installieren muß man einfach mit Enter bestätigen. Damit wird alles Nötige für die Grundinstallation heruntergeladen.


note: Wer auf diese Weise mehrere Desktopumgebungen auf seinem System installiert, dem kann es passieren, dass er in seinem Programmenü mehrere Einträge mit derselben Applikation findet. So werden z.B. diverse Terminals vorhanden sein, da jede Desktopumgebung ihren eigenen Favortiten mitbringt.


Wo zusätzliche und optionale Extras für eine Desktopumgebung existieren, werden die entsprechenden Terminalbefehle mitgeliefert. Die Befehle sind in einer separaten Liste aufgeführt.


XFCE

XfceDE.png


XFCE ist eine schlanke, leichtgewichtige und sehr anpassbare Desktopumgebung mit einem klassischen Drop-Down oder Popup Menü für die Programmauswahl. Es ist kompatibel mit Compiz. überaus flexibel konfigurierbar, hat jedoch eine etwas konventionell anmutende Oberfläche der moderne Effekte oder Features fehlen. Man braucht etwas Zeit, um alles nach seinem Gusto zu gestalten. Eine 64-Bit Installation mit XFCE benötigt in etwa 200 MB Ram. Um XFCE zu installieren, gibt man

sudo pacman -S xfce4

in das Terminal ein. Um zusätzliche Themen, Desktophintergründe und Panelapplikationen zu erhalten, gibt man auch

sudo pacman -S xfce4-goodies

ein.


KDE

note: Während der Installation wird man aufgefordert, eine GStreamer Version auszuwählen (phonon oder vlc). GStreamer ist ein Gerüst für Medienprogramme (wie zum Beispiel zur Audio- und Videowiedergabe oder Bearbeitung). Wenn man unsicher ist, nimmt man vlc.


KdeDE.png


KDE ist eine funktionsstarke und hoch anpassungsfähige Desktopumgebung und bietet verschiedene Menüstile für ein Programmenü an. Natürlich ist es kompatibel mit Compiz. Eine hervorragende Schnittstelle mit Internetzugriff zur Veränderung und Installation von Themen und Widgets ist gegeben. KDE ist sehr benutzerfreundlich und legt viel Wert auf schöne Darstellungseffekte, was aber einen vergleichsweise zu XFCE wesentlich höheren Ressourcenverbrauch und eine längere Bootzeit zur Folge hat. Die 64-bit Installation eines laufenden Manjaro verlangt circa 550 MB Ram. Um KDE zu installieren, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

sudo pacman -S kde kdeplasma-applets-plasma-nm 

Sollte man das alte Netzwerkverwaltungs-Applet verwenden wollen, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

yaourt -S kdeplasma-applets-networkmanagement


Gnome 3

Gnome3DE.png


Gnome 3 ist eine intuitive Desktopumgebung, die eine Art Tablet oder Smartphone Stil für sein Programmenü verwendet. Gnome ist nicht kompatibel mit Compiz. Auch wenn man sich leicht an Gnome gewöhnt muß gesagt werden, dass hier die Möglichkeiten der Anpassung doch eher begrenzt sind oder doch zumindest mit einigen Schwierigkeiten verbunden sind. Eine laufende Installation von Gnome 3 unter Manjaro erfordert rund 220 MB Arbeitsspeicher. Wenn man Gnome installieren will, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

sudo pacman -S gnome

Um Extras wie weitere Themen, Spiele oder Funktionen zu erhalten, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

sudo pacman -S gnome-extra


Cinnamon

Cinnamonde.png


DieCinnamon Desktopumgebung basiert auf Gnome 3 und verwendet ein großes Übersichtsfenster im Panel-Stil als Startmenü. Es besteht keine Kompatibilität mit Compiz. Obwohl Cinnamon auf Gnome 3 aufbaut, bietet es viel mehr Möglichkeiten der Konfiguration, welche auch einfacher zu realisieren sind. Windows Vista oder Windows 7 Nutzer werden sich tendenziell gut unter Cinnamons Oberfläche zurechtfinden. Eine Cinnamon 64-bit Installation benötigt ca. 350 MB Ram. Um es zu installieren, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

sudo pacman -S cinnamon

Wer Cinnamon nur als NET Edition installiert muss unbedingt ein Terminal separat installieren, da es hier nicht in mitgeliefert wird. Der Befehl dazu lautet:

sudo pacman -S gnome-terminal


Razor-QT

note: Es ist erforderlich, den Konfiguartionsmanager für Razor-QT manuell zu bearbeiten in ~/.config/razor/session.conf .
Razorde2.png


Razor-QT ist eine leichtgewichtige Desktopumgebung und steckt noch in der Entwicklung. Es hat keinen eigenen Fenstermanager, ist aber für Compiz konfigurierbar (allerdings ohne das Fusion-Icon). Es ist für ältere und weniger leistungsfähige Computer gedacht. Im momentanen Entwicklungszustand ist Razor-QT noch nicht für jeden User geeignet. Eine 64-bit Installation mit Manjaro und Razor-QT benötigt ca. 300 MB Ram. Um Razor-QT zu installieren, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

sudo pacman -S razor-qt

Um den empfohlenen Fenstermanager sowie die Unterstützung für USB-Geräte und die Möglichkeit herunterfahren/reboot zu nutzen gibt man folgenden Befehl im Terminal ein:

sudo pacman -S openbox upower udisks


LXDE

note: Eine Installation von LXDE benötigt die Installation von Openbox als voreingestellten Fenstermanager. Zwar wird die LXDM Anzeigeverwaltung mit installiert, sie muss jedoch selbst von Hand aktiviert werden, um Openbox abzulösen..
Lxde.png


LXDE LXDE ist eine superleichtgewicht Desktopumgebung und sehr ähnlich zu XFCE mit der Ausnahme, dass es hier keine Kompatibilität zu Compiz gibt. So wie XFCE ist auch LXDE eine schlichte Desktopumgebung, der es an modernen Merkmalen fehlt, wie z.B. eine Suchfunktion um Programme und Dateien zu finden. Dennoch ist es eine hervorragende Wahl für ältere Computer. Eine 64-bit Installation von Manjaro mit LXDE benötigt im Betrieb ca. 150 MB an Arbeitsspeicher. Um LXDE zu installieren, gibt man im Terminal folgenden Befehl ein:

sudo pacman -S lxde


Fenstermanager

note: Es erfordert mehr Mühe und Zeit, aus einem Fenstermanager seine eigene Desktopumgebung zu bauen, als einfach eine vordefinierte Desktopumgebung zu installieren.
Warning: Die nebenstehenden Bilder von Desktops sind Beispiele. Es kostet Zeit und ein bisschen Aufwand, sie so zu konfigurieren..

Obwohl Desktopumgebungen normalerweise über eine gut ausgestattete Anpassungsverwaltung bieten, um sie ja nach Geschmack optisch zu verändern, sind sie doch restriktiv und setzen die Möglichkeiten einer Personalisierung in gewisse Schranken. Doch geben einige Fenstermanager dem User Mittel an die Hand, um in einer Art „do it yourself“ Mission eine eigene Desktopumgebung zu kreieren. Man kann sie als eine Art Fundament betrachten auf dem es aufzubauen gilt, wobei wirklich jeder Aspekt direkt vom User selbst bestimmt und kontrolliert wird. Eine Umgebung kann bis ins Letzte ausgefeilt oder völlig minimalistisch sein. Außerdem ist es möglich, verschiedene Komponenten aus verschiedenen Desktopumgebungen miteinander zu kombinieren. So gesehen sind sie extrem leistungsfähig und veränderbar, gleichzeitig sind diese Art Fenstermanager wesentlich schneller und ressourcesconender als vorgefertigte komplette Desktopumgebungen. Interessanterweise basiert LXDE, das Superleichtgewicht unter den Desktopumgebungen, auf dem Fenstermanager Openbox. Es gibt zwei Arten: Stacking und Tiling Window-Manager.


Stacking Windowmanager / Stapelnde Fenstermanager

Stacking window managers sind bei weitem die Beliebtesten und sie erlauben es, dass Fenster völlig frei umherbewegt werden können. Sie können sich überlappen, oder einrasten bzw. wie Kacheln oder Fliesen aneinander liegen. Alle populären Fenstermanger wie XFCE, KDE und Gnome nutzen stapelnde Fenstermanager.



Openbox

note: Das Manjaro Openbox Thema aus Version 0.8.8 kann jetzt auch von den Repositorien heruntergeladen werden.
Manjarobox.png


Openbox ist bei weitem der beliebteste verfügbare Fenstermanager. Aufgrund dessen ist die Dokumentation exzellent und es gibt eine schöne Auswahl an Themen, die man sich installieren kann. Um Openbox zu installieren, gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein.

sudo pacman -S openbox

Um ein ein Logout Script, Konfigurationsanwendungen, Menüeditor und extra Themen für Openbox zu installieren, gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:

sudo pacman -S oblogout obconf obmenu openbox-themes


FluxBox

Fluxbox2.png


FluxBox ist ebenfalls ein beliebter Fenstermanager. Er bietet ein paar Merkmale, die Openbox nicht hat. Dazu gehört unter anderem das Tabbing, welches es möglich macht, Fenster zu gruppieren und dann wie bei Tabs in einem Browser innerhalb eines gemeinsamen Fensters als Tabs oder Karteikarten zu haben. Um Fluxbox zu installieren, gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:

sudo pacman -S fluxbox

Für einen Newsfetcher und Arbeitsflächen Pager gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:

sudo pacman -S fbnews fluxter



IceWM

Icewm2.jpg


IceWM kann als Fenstermanager am ehesten noch als volle Desktopumgebung gelten (im Gegensatz zu Openbox und Fluxbox), da es hier ein Panel mit Startmenü und einen Arbeitsflächenumschalter gibt. Um IceWM zu installieren, gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:

sudo pacman -S icewm

Um eine Reihe von Werkzeugen und Themen für IceWM zu erhalten, gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:


sudo pacman -S icewm-utils icewm-themes



Tiling Window Manager / Kachelnde Fenstermanager

Tiling window managers kacheln, wie der Name schon sagt, die Fenster der Anwendungen. Jede Anwendung hat ihren eigenen Platz auf dem Bildschirm. Wie Fliesen überlappen sie nicht. Jedoch anders als beim normalen Fliesen legen sind diese Fenstermanager doch sehr flexibel und ermöglichen es, persönlich ausgelegte Raster ganz nach Geschmack zu realisieren. Während die stapelnden Fenstermanager die Maus im Blick haben steht bei den kachelnden Fenstermanagern die Tastatur im Vordergrund. Dadurch sind sie um einiges schneller in der Benutzung.

Awesome

Awesome.png


Awesome ist ein populärer kachelnder Fenstermanager, der in der Sprache Lua konfiguriert wird. Um Awesome zu installieren, gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:

sudo pacman -S awesome

Um einige Widgets für Awesome zu bekommen, führt man folgenden den Befehl aus:

sudo pacman -S vicious



i3

I3wm.png


i3 i3 ist wohl der beliebteste Tiling Window Manager, den es gibt. Er kommt mit nur einer einzigen, in sich geschlossenen Konfigurationsdatei aus. Für eine i3 Installation gibt man folgenden Befehl ins Terminal ein:

sudo pacman -S i3-wm

und, um eine Statusleiste und eine Bildschirmsperre hinzuzufügen:

sudo pacman -S i3lock i3status


Siehe auch