Virtualbox de

From Manjaro Linux
Jump to: navigation, search

Übersicht

Vbox.png
Tip: Virtualisierung ist nicht gleich Emulation. Während Emulation bewirkt, dass Dein Computer denkt, er sei etwas gänzlich anderes (wie etwa ein Amiga oder eine Spielekonsole) ist Virtualisierung nur die Kreation einer virtuellen Version Deines Computers.


Virtualbox wurde entwickelt von Sun Microsystems (jetzt Oracle Corporation) und ist eine beliebte Anwendung, um fremde Betriebssysteme innerhalb des eigenen (Host) zu installieren. Dies geschieht als Virtualisierung. Virtuelle Versionen Deines Computers, also virtuelle Maschinen oder VMs, werden innerhalb des Systems erschaffen und beziehen ihre Ressourcen vom Host-System. Wie schnell oder leistungsfähig die virtuelle Maschine ist hängt direkt ab von den global verfügbaren Ressourcen. Die Vorteile einer Virtualisierung sind:

  • einfache und schnelle Installation anderer Betriebssysteme, ohne das eigene System zu gefährden. Es ist kein Dualboot erforderlich oder ein Anpassen der Partitionen oder Partitionsgrößen der Festplatte.
  • absolut gefahrloses Testen und Experimentieren mit Betriebssystemen wird möglich. Denn nichts was im Gastsystem passiert, beeinträchtigt den Host.
  • sofern genug Platz vorhanden ist, können nahezu unendlich viele Betriebssysteme hinzugefügt werden.

Virtualisierung einschalten

Vt.png


Warning: Wer nicht genau weiss was er tut, sollte seine BIOS Einstellungen nicht verändern.


Bevor man überhaupt daran denkt, Virtualbox zu installieren muss man UNBEDINGT sicherstellen, dass Virtualisierung auf dem System bzw. im BIOS eingeschaltet wurde. Ist dies nicht der Fall, läuft Virtualbox, wenn überhaupt, nur mit erheblichen Kapazitätseinbußen. Wird beispielsweise Virtualbox auf einem 64-Bit System installiert, wären in der VM nur 32-Bit Betriebssysteme möglich. Die BIOS Grundeinstellung ist "disabled". Man muss die Funktion also im BIOS vor der Installation erst einschalten.

Hier ein Beispiel für das Einschalten des Virtualisierungsmodus im BIOS auf einem HP G62 Laptop mit einem Intel Chip-Set. (Mit geringfügigen Abweichungen zu anderen Herstellern ist zu rechnen):

1. Den Computer neu starten

2. Beim Startvorgang die F10 Taste drücken um ins BIOS zu gelangen (bei mir F2)

3. Sich mittels Pfeiltasten in die Systemkonfiguration begeben

4. Virtualisation Technology auswählen, "Enter" drücken

5. Enabled auswählen

6. Mittels Pfeiltasten über Exit das System verlassen

7. Beim Verlassen das Speichern der Änderungen nicht vergessen


Virtualbox und das Erweiterungspaket installieren

Auch wenn eine Basisinstallation für manchen Anwender ausreichend sein mag empfehlen wir, das optionale "Extension Pack" herunterzuladen und ebenfalls zu installieren. Dies ermöglicht eine Nutzung erweiterter Funktionen wie u.a. die Unterstützung von USB Geräten oder Druckern innerhalb der virtuellen Umgebung.


Installation Virtualbox

Tip: Bei der Installation von Virtualbox benötigt man die Version des aktuellen Kernels. Diese Information erhält man im Terminal über den Befehl uname -r .


Zur Installation von Virtualbox folgenden Befehl ins Terminal eingeben:

sudo pacman -S virtualbox

Sodann muss das geeignete "Virtualbox Host Module" ausgewählt werden. Dies hängt ab von der derzeitig verwendeten Kernelversion. Wie bei der Installation eines Treibers wird somit ermöglicht, dass Virtualbox richtig funktionieren kann. Zum Beispiel wäre bei einem Kernel 3.7 das entsprechende Modul zu identifizieren mit :

uname -r

und man erhält eine Ausgabe in der Art von 3.7.4-1-MANJARO, was bedeutet, der Kernel ist linux37. Dann ist das korrekte Modul im Terminal zu installieren:

sudo pacman -S linux37-virtualbox-host-modules


Nach Installation gilt es, das Virtualbox-Modul dem eigenen Kernel hinzuzufügen. Die einfachste Methode ist, einfach neu zu booten. Um Virtualbox ohne reboot direkt starten zu können benötigen wir die Eingabe:

sudo modprobe vboxdrv

Nutzung verschiedener Kernel

Sofern später ein neuerer Kernel installiert wird, muss das Virtualbox Modul nicht neu angepasst werden. Das liegt am Manjaro-Hardware-Erkennungs-Werkzeug (mwhd-kernel), welches beim Installationsprozess automatisch neue Kernel mit ihren entsprechenden Modulen updated.


Sind allerdings schon mehrere Kernel vorhanden - und es ist beabsichtigt, diese mit Virtualbox auch zu verwenden, wird es notwendig, die Virtualbox-Module zusätzlich zu den anderen Kerneln hinzuzufügen:

1. Auswahl des geeigneten Kernels

2. Herunterladen der Virtualbox Host Utilities für diesen speziellen Kernel, welches auch die benötigten Module bereitstellt. Der Befehl hierfür lautet:

sudo pacman -S [kernel version]-virtualbox-host-modules


Es ist nicht nötig, die ganze exakte Kernelversion, die angezeigt wird, im Befehl wiederzugeben. Jede Version von Kernel 3.5 wird vereinfacht als linux35 dargestellt, Kernel 3.6 als linux36 und so weiter. Im Beispiel wird der folgende Befehl die speziellen und für den Kernel 3.5 angepassten Virtualbox Host Utilities installieren.

sudo pacman -S linux35-virtualbox-host-modules


3. Nach dem Herunterladen muss man folgenden Befehl eingeben, um die Virtualbox Module zum Kernel hinzuzufügen:

sudo modprobe vboxdrv


Installation der Erweiterungen

Die Erweiterungen sind nicht in den Manjaro Repositorien enthalten.

Sie sind im Arch User Repository zu finden - AUR .[1]

Vxextpackb.png

Werden die Erweiterungen direkt von der Webseite von Oracle bezogen, muß man einige persönliche Fragen beantworten. Dafür stellt das Erweiterungspaket aber gewisse Vorteile und Funktionen bereit, die ansonsten nicht zu haben sind. Auch wenn man noch nicht absehen kann, ob man die erweiterten Funktionsmerkmale überhaupt benötigt, ist es ratsam, das Extension Pack zu installieren. Im Downloadbereich der Oracle Webseite erhält man folgendermassen das Virtualbox Extension Pack:

1. Herunterscrollen zum Bereich Oracle VM Virtualbox Extension Pack.

2. Auf den passenden Link der installierten Version von Virtualbox klicken

3. Nach beeindetem Download des Extension Pack das Programm Virtualbox starten.

4. In Virtualbox: Datei/File auswählen, dann Einstellungen/Preferences

5. Auswählen der Erweiterung/Extension Karteikarte um diese zu betrachten und dann ganz rechts auf Paket hinzufügen klicken.

6. Den Pfad zum heruntergeladenen Paket finden, das Paket markieren bzw. auswählen und den Open/Öffnen Button anklicken, um den Installationsprozess zu starten.

7. Bestätigen, dass man den Extension Pack installieren möchte, den Nutzungsbedingungen zustimmen (bzw zum Ende der Seite scrollen und den I agree/zustimmen Button anklicken)

8. Der Extension Pack sollte binnen Sekunden installiert sein. Eine Bestätigungsmeldung erscheint.


Der letzte Schritt besteht nun darin, dass man seinen persönlichen User-Account der vbox User Gruppe hinzufügt. Dieser notwendige kleine Schritt eröffnet schließlich Zugang zu allen Funktionen der Virtualbox wie beispielsweise die Nutzung von USB Geräten innerhalb des virtuellen Systems.

Den eigenen Account zur vbox User Gruppe hinzufügen

Mit folgendem Befehl fügt man den User der vbox User Gruppe hinzu:

sudo gpasswd -a [username] vboxusers


Im folgenden Beispiel wird der User „carl“ der vbox user group hinzugefügt:

sudo gpasswd -a carl vboxusers


Neustart ist erforderlich, um die Änderungen wirksam zu machen.


Advice, Tips, and Tricks

Tip: Neulingen sei das Virtualbox Handbuch wärmstens empfohlen Virtualbox Manual.


Ratschläge zur effizienten Verwendung der Virtualbox wurden extra für Anfänger gesammelt.


Manjaro in einer Virtualbox betreiben

Wer beispielsweise Ubuntu oder eine ubuntubasierte Distribution benutzt (wie z.B Mint, Zorin, Kubuntu etc...) und Manjaro in einer Virtualbox versuchen möchte: kein Problem! Der Autor hat ein Virtualbox Video Turorial für Euch auf Youtube zusammengestellt:


Wer bereits Manjaro nutzt und noch nicht so erfahren mit der Virtualbox ist, dem sei Teil 3 nahegelegt. Bitte beachtet desweiteren, dass der Abschnitt Gast-Erweiterungen im vierten Video nicht auf Manjaro oder andere auf Archlinux basierende Distributionen angewendet werden kann! Das liegt daran, dass die Gasterweiterungen unter Manjaro bereits bei der Basisinstallation hinzugefügt wurden. Wird die im Video vorgestellte Methode verwendet um unter Manjaro Gasterweiterungen (oder anderen arch basierten Distributionen) hinzuzufügen, wird das System zerstört und unbrauchbar gemacht.


Gast Installation

  • Virtualbox kann ISO-Dateien direkt als Virtuelle Laufwerke erkennen. Somit ist es nicht nötig, eine CD / DVD zu brennen oder einen USB Datenstick zu erstellen.
  • der Prozess der Installation einen neues Gast-Betriebssystems (gilt auch Manjaro) ist genau derselbe wie der normale Prozess auf einem realen Computer. zu erstellen.


Gast Erweiterungen

note: bei Manjaro bereits vorinstalliert mit der VB-Basisinstallation. Nicht selbst hinzufügen!.

Gasterweiterungen sind spezielle Softwarepakete, die die Performance und Benutzbarkeit der Gast-Betriebssysteme verbessern sollen. Sie sind im Gast Betriebssystem selbst installiert und beschränken sich vielleicht darauf, eine gute Bildschirmauflösung oder eine verbesserte Mauskontrolle zu ermöglichen. In anderen Worten: wer diese Erweiterungen nicht installiert wird Mühe haben, den ganzen Bildschirm angezeigt zu bekommen und auch Schwierigkeiten, seine Maus zu bedienen.

Gast Bildschirmauflösung

  • Es ist ratsam, die 3-D Beschleunigung zu aktivieren um eine möglichst getreue Darstellung der Desktop Effekte zu ermöglichen (wie z.B. Transparenz). Dies wird erreicht über das Einstellungsmenü in der Karteikarte Anzeige oder Display.


Gast Internetverbindung

Einige Nutzer berichteten über Schwierigkeiten, mit nur den Grundeinstellungen das virtuelle Betriebssystem mit dem Internet zu verbinden. In diesem Fall wird empfohlen, das 4. Youtube Video-Tutorial zu konsultieren, ab Markierung 4:28.:

1. Einstellungsmenü anklicken und Netzwerk auswählen

2. Neben dem „verbunden mit“ Button befindet sich der NAT Button. Diesen anklicken, um ein Drop-Down Dialogfeld zu öffnen und den Überbrückungsadapter auswählen.

3. Neben dem Name Button ist ein Button, mit dem man die Art der bestehenden Internetverbindung auswählen kann (Wlan bedeutet kabellos, Eth0 bedeutet kabelgebunden). Wähle die zutreffende Verbindungsart aus.

4. Ok Button anklicken zum Bestätigen.


Allgemeines

  • Eine installierte Virtualbox mag eventuell nicht automatisch ein verbundenes USB Gerät entdecken. Hierfür muss der das USB Icon unten im Virtualbox Fenster angeklickt werden um dieses auszuwählen und zu aktivieren.
  • Man kann die sehr hilfreiche Funktionalität von copy & paste (kopieren und einfügen) zwischen Host- und Gastbetriebssystem aktivieren. Zu finden im Einstellungsmenü unter Allgemein.